Benutzer:Franz/Das große Wikinews-Raumfahrt-Dossier 2010

Buzz Aldrin, zweiter Mensch auf dem Mond (Juli 1969, Apollo 11)

11.06.2010 – Das große Wikinews-Raumfahrt-Dossier 2010 soll dem Leser einen Überblick über den aktuellen Stand der Raumfahrttechnologie geben. Beleuchtet werden von den Wikinews-Autoren die Raumfahrtpolitik aller wichtigen Raumfahrtnationen sowie der internationalen Organisationen. Aktuelle Ereignisse in der Raumfahrt sollen dazu in ein Gesamtbild eingeordnet werden. Es entstehen aktuelle Artikel, die dann hier im Dossierartikel in einen Zusammenhang gebracht werden. So werfen die Wikinews-Autoren zum Beispiel einen Blick auf die „private Raumfahrt“. Wie weit sind die Unternehmen in Sachen Weltraumtourismus? Welche Pläne gibt es, mit Raumfahrzeugen in die Tiefen unseres Sonnensystems vorzustoßen? Wie sieht es mit den kritischen Punkten aus: Droht immer noch eine Militarisierung des Weltraums? Und brauchen wir überhaupt die bemannte Raumfahrt? Können nicht Roboter die Aufgaben mit weniger Risiko und kostengünstiger erledigen?

Die Raumfahrt im Jahr 2010

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Die Raumfahrt im Jahr 2010 ist durch eine Art „globalen Pluralismus“ gekennzeichnet. Während sich in den 1960er bis 1990er-Jahren der Wettlauf ins Weltall und zum Mond zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion abspielte, streben heute weitere Nationen ins All. Ein Beispiel hierfür ist Indien, das jüngst sogar ein bemanntes Weltraumprogramm angekündigt hat. Parallel dazu hat sich eine umfangreiche internationale Zusammenarbeit herausgebildet, zum Beispiel bei der Internationalen Raumstation (ISS). Und es gibt erste Bestrebungen für eine Art Weltraumtourismus, allerdings stecken die Technologien noch in den Kinderschuhen. Europas Rolle, gemeint sind hier die Staaten der ESA, ist dabei ambivalent. Erklärtes Ziel der Nationen ist es, nach außen als Einheit zu fungieren. Nach erfolglosen Versuchen mit der „Europa-Rakete“, begann 1979 das Ariane-Programm und damit der Aufstieg zum Global Player bei den Trägersystemen. Auch bei der ISS spielen die Europäer eine nicht unwichtige Rolle, meistens in enger Kooperation mit den US-Amerikanern. 2010 steht Europa vor der Entwicklung des Galileo-Programms, das 2014 seinen Betrieb beginnen soll. Auch Japan spielte lange Zeit keine Rolle, was aufgrund der Affinität der Bevölkerung zu technischen Errungenschaften eher verwundert. Erst seit der Jahrtausendwende macht das Land mit einigen spektakulären Missionen und technologischen Innovationen auf sich aufmerksam. Mit Riesenschritten entwickelt sich jüngst die chinesische Raumfahrt. Der technologische Rückstand, wie er noch Ende des 20. Jahrhundert zu verzeichnen war, ist so gut wie aufgeholt. China beherrscht die bemannte Raumfahrt und baut im Erdorbit eine komplett eigene Infrastruktur auf.

Die Bedeutung der Raumfahrt für den Alltag hat sich seit den Anfängen Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute stark verändert. Am Anfang war das Militär einer der großen Nutznießer und zugleich auch Katalysator, da die Raketentechnologie ein wesentlicher Baustein in der Militärstrategie der Nationen war. Später dann entdeckte man die Vorteile für die Telekommunikation und die Erdbeobachtung. Für die wissenschaftliche Grundlagenforschung waren die medizinischen Aspekte von entscheidender Bedeutung. Im Laufe der Zeit kamen immer neue Forschungsgebiete hinzu.

Durch die aufstrebende Weltraumnation China und die anhaltenden militärischen Aktivitäten der Vereinigten Staaten drohte im Jahr 2010 ein neuer Rüstungswettlauf im All. Just im April 2010 startete die US-Luftwaffe ihr erstes Weltraumflugzeug ins All, wenige Jahre zuvor hatte China demonstriert, dass sie in der Lage sind, einen Satelliten in der Erdumlaufbahn mit einer Mittelstreckenrakete zu zerstören. Doch bei der zivilen bemannten Raumfahrt haben sich die US-Amerikaner ins Abseits manövriert. Ende des Jahres werden die Spaceshuttle-Flüge eingestellt und man ist mindestens bis zum Jahr 2015 auf die Sojus-Kapsel angewiesen: Russland fliegt, Amerika zahlt.

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