Umdenken in der Klimafrage?

Veröffentlicht: 21:32, 3. Apr. 2017 (CEST)
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London (Vereinigtes Königreich), 03.04.2017 – Gegenwärtig hat Russlands Präsident Putin die Aufmerksamkeit in der Klimafrage auf sich gezogen. Er behauptet, dieser könne nicht vom Menschen beeinflusst werden, da es sich um sehr langfristige Entwicklungen handle, die auch nicht vom Menschen gebremst werden könnten. Bisher konzentriert sich die öffentliche Diskussion hauptsächlich auf den Kohlenstoffdioxidgehalt der Atmosphäre: kurz CO2. Die britische Tageszeitung The Guardian gibt in einer aktuellen Stellungnahme zu bedenken, dass diese Betrachtung das Problem auf einen einzigen Faktor verengt. Zudem würde ein sofortiger Stopp der CO2-Emissionen erst in hundert Jahren eine Wirkung zeigen. Angesichts der gegenwärtigen internationalen Vereinbarungen zum Klimaschutz sind die Erfolgsaussichten hier also gering, zumal sich die Regierungen der Großmächte dem Thema gegenüber gerade sehr kritisch zeigen. Hinzu kommt, dass die Skeptiker in dieser Frage zunehmend offizielle staatliche Unterstützung bekommen.

Eisberge befinden sich zu 85% unter Wasser

So kann der Wert von Satellitenaufnahmen für die Beurteilung der Erderwärmung in Zweifel gezogen werden, da sie nur die Schnee- und Eisoberflächen erfassen, wobei sich 85 Prozent der Masse von Eisbergen unter dem Wasser befindet. Daher müssen Modellrechnungen erfolgen, um die tatsächliche Eismasse zu ermitteln. In der langfristigen Betrachtung zeigen sich in den vergangenen 40 Jahren bei Nordpol und Südpol gegensätzliche Tendenzen: Während der Nordpol schrumpft, scheint das Eis am Südpol eher zuzunehmen.

Putin beruft sich auf das alte Argument des sehr langfristigen Klimawandels in der Erdgeschichte

Judith D. Schwartz vom The Guardian weist auf einen viel wichtigeren Faktor in der Klimafrage hin. Es ist der Wasserkreislauf. Dieser beeinflusse zu 95% das Klima. Der Wasserkreislauf ist zum großen Teil vom Pflanzenbewuchs der Erde abhängig. Da der Mensch die Pflanzendecke der Erde um etwa ein Viertel verringert habe, sei hier ein guter Ansatz gegeben, der in die Diskussion um den Klimawandel eingebracht werden könne. Verglichen mit anderen Maßnahmen ist also die Bepflanzung freier Flächen möglicherweise ein wirksamerer Effekt, um den drohenden Meeresspiegelanstieg zu bremsen. Verschiedene Konzepte gibt es dafür, die sogar schon für Innenstädte entwickelt wurden.


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