USA greifen mit „Tomahawk“-Marschflugkörper nach Giftgasangriff in Syrien ein

Veröffentlicht: 22:54, 7. Apr. 2017 (CEST)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Damaskus (Syrien), 07.04.2017 – Nach einem Giftgasangriff in der syrischen Stadt Chan Schaichun mit dem Nervenkampfstoff Sarin, bei dem 72 Menschen getötet wurden, griffen die Vereinigten Staaten einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe vom Mittelmeer aus mit rund 60 „Tomahawk“-Marschflugkörpern an. Die Raketen wurden von zwei Kriegsschiffen im Mittelmeer abgeschossen, wie US-amerikanische Medien berichteten. Es handelte sich um eine Vergeltungsmaßnahme nach dem Angriff auf Zivilisten in Chan Schaichun in der Provinz Idlib. Auf dem Luftwaffenstützpunkt wurden nach Angaben des syrischen Militärs sechs Personen getötet. Talal Barasi, Gouverneur der Provinz Homs, bestätigte, dass sieben weitere Menschen verletzt worden seien. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) sprach zuvor von vier getöteten Armeeangehörigen, darunter einem General. Der Luftwaffenstützpunkt wurde bei dem Angriff vollständig zerstört.

Ein „Tomahawk“-Marschflugkörper wird von einem Kriegsschiff der USA im Pazifischen Ozean abgefeurt (Archivbild)

Dies war der erste Militärschlag der Vereinigten Staaten auf eine Einrichtung der syrischen Regierung. Es war die erste größere militärische Intervention des neuen Präsidenten Trump. Er erklärte den Angriff mit den nationalen Interessen der USA, um die eigene Sicherheit zu verteidigen. Er sei sich sicher, dass von dem angegriffenen Luftwaffenstützpunkt der Giftgasangriff in Chan Schaichun ausgegangen sei. „Ich rufe heute alle zivilisierten Nationen auf, sich uns anzuschließen“, sagte Donald Trump. Man müsse das Blutvergießen beenden, mit dem Giftgasangriff seien internationale Verpflichtungen und UN-Resolutionen verletzt worden. Bilder des Luftangriffs hätten seine Haltung im Syrienkonflikt verändert, sagte er. In seinem Wahlkampf betonte er, dass man sich nicht in den Konflikt hineinziehen lassen solle.

Nach dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten wurde Russland über den Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt informiert. Man wolle dadurch verhindern, dass russische Soldaten Opfer des Angriffs werden, erklärte das Pentagon. Der Außenminister der USA, Rex Tillerson, wies dennoch darauf hin, dass es keine Absprache oder Koordinierung für den Angriff gegeben habe. Tillerson erhob schwere Vorwürfe gegen Russland, da es seine Verpflichtungen, Chemiewaffen in Syrien ordentlich zu sichern, nicht nachgekommen sei. Zuvor warnte Russland die USA vor negativen Konsequenzen bei dem Angriff gegen die syrische Regierung.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht den Angriff der USA als eine Aggression gegen den souveränen Staat Syrien. Die Luftangriffe seitens der Vereinigten Staaten würden internationales Recht verletzten und ein ernsthaftes Hindernis für die Bildung einer internationalen Koalition im Kampf gegen den Terrorismus darstellen. Viktor Oserow, Chef des des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament fordert eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. Der Angriff könnte als Akt der Aggression der Vereinigten Staaten gegen ein UN-Mitglied gewertet werden.

Im Gegensatz zu Russland und den Regierungstruppen Syriens begrüßte die syrische Opposition den Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt. Man hoffe bei den Angriffen auf eine Bildung einer internationalen Koalition angeführt von den USA; ferner hoffe man auf einen Stopp international geächteter Waffen, wie Chemiewaffen, die in Chan Schaichun eingesetzt wurden.


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    Gegenseitige Vorwürfe nach Giftgasangriff in Syrien (07.04.2017)

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