Tübinger Universität ausgezeichnet – Wie groß sind Computer in Zukunft?

Veröffentlicht: 13:47, 28. Nov. 2007 (CET)
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Tübingen (Deutschland), 28.11.2007 – Am Dienstag, den 26. November 2007 wurde der Universität Tübingen in einer Feierstunde der diesjährige „Shared University Research Grant“ der IBM verliehen, wobei Tübingen sich unter 50 Forschungseinrichtungen weltweit durchsetzte.

Professor Wolfgang Rosenstiel mit der Urkunde des Shared University Research Grant

Julian Würtenberger, Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, erklärte für das Land Baden-Württemberg nicht nur seine Freude und seinen Stolz, es zeige auch die Exzellenz Tübinger Forschung, da es diese sogenannten SUR Grants im Land schon früher gegeben habe, aber noch nie in der jetzt Tübingen zugedachten Höhe. Zu einem Landeszuschuss in vergleichbarer Höhe, sonst bei der Einwerbung von Drittmitteln durchaus nicht selten, sah er sich jedoch nicht in der Lage.

Ausgezeichnet wurde dabei von Martin Jetter, Vorsitzender der Geschäftsführung IBM Deutschland GmbH, speziell der Lehrstuhl Technische Informatik von Professor Wolfgang Rosenstiel (links im Bild) für die Forschung zum automatischen „Workload Management“. Das Wilhelm-Schickard-Institut der Universität Tübingen erhielt in diesem Zusammenhang einen knapp zwei Millionen Euro teuren Großrechner der aktuellen z9-Serie, wobei z für „zero downtime“ stehen soll, für ständige Verfügbarkeit.

Herbert Kircher, Geschäftsführer IBM Deutschland Entwicklung

Der Vortrag von Herbert Kircher, Geschäftsführer der IBM Deutschland Entwicklung GmbH und Leiter des IBM Forschungslabors in Böblingen, befasste sich dann auch mit der Zukunft der Computer und stellte dar, dass die einst totgesagten „Mainframes“ genannten Großrechner eine Renaissance erleben würden, unter anderem durch eine Ersparnis an Platz und Energieverbrauch von jeweils 80 bis 90 Prozent gegenüber den noch vor zehn Jahren als einzig zukunftweisend gedachten Zusammenschlüssen kleiner Recher zu Rechnerverbünden, sogenannten Clustern. 3.900 konventionelle Server könnten so heute mit nur 30 solchen z-Serie-Rechnern ersetzt werden; angesichts hoher Energie- und Wartungskosten seien bei großem Bedarf die Anschaffungskosten heute nachrangig. Rosenstiel, der mit diesem Großrechner ein Mainframe-Kompetenzzentrum aufbauen will, zeigte sich sehr angetan. „Der von IBM übergebene Großrechner schafft nicht nur ideale Voraussetzungen, um hardwarenahe Forschungsarbeiten in Verbindung mit System z-Systemen durchzuführen, sondern ermöglicht es uns darüber hinaus, die Studierenden an führender IBM-Großrechnertechologie praktisch und anwendungsnah auszubilden“, so Professor Rosenstiel.

Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung der Computertechnik hatte Kircher mitgebracht: Noch vor dreißig Jahren war der Cray-1 als sogenannter Supercomputer der schnellste und leistungsfähigste Rechner der Welt – mit damals etwa 8,8 Millionen Dollar Kosten und großem Platzbedarf. Eine heutige PlayStation 3 von Sony mit dem von IBM entwickelten Cell-Chip hat die mehr als 10.000-fache Leistung für nur etwa 500 Euro. Wie die kleinen Geräte und Prozessoren die großen Rechner bei großen Aufgaben, etwa der Steuerung virtueller Welten wie Second Life, wo nach Kircher jeder Computer-Interessierte vertreten sein sollte, unterstützen können, werde jetzt untersucht – der Kombination von beidem, dem „Gameframe“, gehöre die Zukunft.

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