Kabul: Schießerei im afghanischen Innenministerium – zwei Tote

Veröffentlicht: 20:31, 26. Feb. 2012 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kabul (Afghanistan), 26.02.2011 – Zwei Militärberater der Vereinigten Staaten wurden bei einer Schießerei im afghanischen Innenministerium in Kabul getötet. Dies bestätigte die Internationale Schutztruppe ISAF. Nach dem Attentat, zu dem sich die Taliban bekannt hatten, hat die ISAF sämtliche westliche Berater aus den afghanischen Ministerien zurückgerufen. Der Täter soll ein afghanischer Staatsbürger sein. Ihm sei die Flucht gelungen.

Kabul

Afghanische Medien berichteten kurz nach dem Anschlag; demnach soll es sich bei den Opfern um hochrangige US-Militärberater handeln. Das Wall Street Journal bestätigte dies. Ein Mitarbeiter des Ministeriums gab an, dass vor dem Anschlag ein Streit im ganzen Gebäude zu hören gewesen sei. ISAF-Sprecher Carsten Jacobson bestätigte, in einer hochgesicherten Kommando- und Kontrollzentrale des Ministeriums seien zwei Personen getötet worden. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Das Attentat ereignete sich am fünften Tag lebhafter Proteste gegen die NATO. Diese Proteste, bei denen bislang mindestens 28 Personen getötet wurden, hatten begonnen, nachdem am US-amerikanischen Stützpunkt in Bagram Reste verbrannter Koranausgaben gefunden wurden. Die Tat sei die Reaktion auf diese Verbrennungen, teilten die Islamisten auf einer Website mit. Ein NATO-Sprecher bestätigte den Eingang einer E-Mail, in der sich die Taliban zu dem Anschlag bekennen. Die deutsche Bundeswehr hat wegen der Proteste ihren Stützpunkt in Talokan, der im März geschlossen hätte werden sollen, aus Sicherheitsgründen vorzeitig aufgegeben und sich nach Kundus zurückgezogen.

Am Sonnabend wurde auf einer Militärbasis im Nordwesten des Landes eine Bombe gefunden, wie sie auf das Gelände gekommen war, ist ungeklärt. Beim Versuch der Entschärfung waren sechs afghanische Soldaten getötet und 14 verletzt worden. In vielen Teilen des Landes halten die Proteste wegen der Koranverbrennungen an; so stürmten Demonstranten in der Provinz Laghman das Büro des Gouverneurs.

Am Samstag kam eine Erklärung aus dem Weißen Haus in Washington: „Die USA bleiben bei der Partnerschaft mit der afghanischen Regierung und dem afghanischen Volk, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen, Al-Kaida zu zerschlagen.“

Themenverwandte Artikel

Bearbeiten