Gazastreifen: Mindestens vier Palästinenser wurden durch israelisches Militär getötet

Artikelstatus: Fertig 21:47, 28. Aug. 2006 (CEST)
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Gaza (Palästinensische Autonomiegebiete), 28.08.2006 – Am Montag, den 28. August sind in der Nähe von Gaza-Stadt im Nordosten des Landes nach unterschiedlichen Angaben mindestens drei Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen worden. Die militanten Palästinenser haben sich nach Angaben der israelischen Armee einem israelischen Militärposten im Bezirk Schidschaia in „bedrohlicher Weise“ genähert und seien daraufhin mit Luft- und Bodentruppen angegriffen worden. Übereinstimmend mit Augenzeugenberichten und Angaben der Sanitäter vor Ort sind nach palästinensischen Angaben vier Palästinenser erschossen worden. Aus palästinensischen Quellen verlautete, die Soldaten seien Hamas-Polizisten und Anhänger der Al-Kassam-Brigaden, dem militärischen Arm der Hamas, gewesen. Nach anderen Angaben palästinensischer Behörden sollen zwei der Erschossenen Mitglieder der Leibgarde von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gewesen sein. Die israelische Regierung spricht nach einer Phase des Schweigens, in der keine Stellungnahme abgegeben wurde, nun von drei getöteten Palästinensern.

Israelische Soldaten haben im Gazastreifen sechs Palästinenser erschossen
Israelische Luftwaffe

Zudem wurde nach Informationen der Basler Zeitung ein 15-jähriger Palästinenser im Norden des Gazastreifens von einem Blindgänger getötet. Aus palästinensischen Quellen verlautete außerdem, dass das israelische Militär im Süden des Landes einen jungen Palästinenser getötet habe, was von israelischer Seite zunächst nicht bestätigt wurde.

Am Freitag, den 25. August sind nach Angaben des Spiegels bei Luftangriffen mindestens neun Palästinenser verletzt worden, am vergangenen Sonntag starben vier Palästinenser bei einer Offensive des israelischen Militärs im Osten Gazas, viele weitere wurden verletzt, auch zwei Kameramänner der Nachrichtenagentur Reuters. Unter den Verletzten soll sich nach palästinensischen Angaben auch ein sechsjähriger Junge befinden, der von einer Kugel schwer verwundet wurde. Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet, dieser Vorfall werde untersucht. Auch der Beschuss des gepanzerten Fahrzeuges der Nachrichtenagentur Reuters wird nicht ohne Konsequenzen bleiben: Die „Foreign Press Association“, ein Sprachrohr von Journalisten in Israel, hat der Darstellung der israelischen Armee, das Fahrzeug sei nicht mit Presseschildern gekennzeichnet gewesen, widersprochen und fordert eine vollständige Aufklärung der Umstände des Beschusses.

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Quellen