Zwei Goldmedaillen für Deutschland am EM-Schlusstag

Veröffentlicht: 23:31, 24. Aug. 2022 (CEST)
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München (Deutschland), 24.08.2022 – Mit zwei Goldmedaillen für den Deutschen Leichtathletikverband sind in München am Sonntag die European Championships zu Ende gegangen. Über 4 × 100 m-gewann die Staffel der Frauen in 42,34 Sekunden vor Polen (42,61 Sekunden) und Italien (42,84). Im Speerwerfen setzte sich Julian Weber mit 97,66 Metern durch. Die Männerstaffel mit Kevin Kranz, Joshua Hartmann, Owen Ansah und Lucas Ansah Pepra über dieselbe Distanz patzte beim Wechsel und schied aus. Europameister wurde das Team aus Großbritannien.

Die deutsche Frauenstaffel ging ohne Tatjana Pinto an den Start, die nicht mit voller Leistungsstärke nach München gekommen war. Der Start der 25-jährigen Gina Lückenkemper, die nach ihrem überraschenden 100-m-Sieg in 10,99 Sekunden am Mittwoch stürzte und im Krankenhaus mit acht Stichen am linken Bein genäht werden musste, war bis zum Samstag unsicher. „Das ist der absolute Wahnsinn“, freute sich Lückenkemper im ZDF. Sie hätte den Sieg nach ihrer Verletzung nicht für möglich gehalten.

Startläuferin Alexandra Burghardt wechselte auf Lisa Mayer, die statt Pinto angetreten war. Sie übergab an Lückenkemper, bevor Schlussläuferin Rebekka Haase als erste das Ziel erreichte. Die Staffeln aus Großbritannien und Frankreich waren nach einem Wechselfehler ausgeschieden. Vor einigen Wochen bei der Weltmeisterschaft in Eugene in den Vereinigten Staaten hatte das DLV-Team Bronze gewonnen, nach den USA und Jamaika.

Die deutsche Männerstaffel hatte im Vorlauf mit 37,97 Sekunden einen neuen deutschen Rekord aufgestellt, was im Endlauf für die Bronze-Medaille gereicht hätte; doch der Wechsel von Kranz auf Hartmann ging schief. Es siegte Großbritannien mit 37,67 Sekunden vor Frankreich und Polen.

Weber legte mit 83,05 in seinem ersten Versuch vor. Sein zweiter Versuch war ungültig. Inzwischen hatte der WM-Dritte Jakub Vadlejch mit 87,28 Metern die Führung übernommen. Im vierten Versuch warf er den Speer auf 87,66 Meter und übernahm wieder die Führung. Der Tscheche kam jedoch nicht mehr heran. Die Bronze-Medaille gewann Lassi Etelötalo mit 86,44 Metern.

„Ich habe nicht gedacht, dass ich werfen kann. Die Schulter hat weh getan, der Rücken hat weh getan, ich habe keinen Wurf gemacht beim Einwerfen“, sagte Weber nach dem Wettkampf im ZDF-Interview.

Nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft gab es für den DLV bei der Europameisterschaft insgesamt 16 Medaillen.


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