Santiago de Compostela: mindestens 80 Tote bei Zugunglück

Veröffentlicht: 05:48, 26. Jul. 2013 (CEST)
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Santiago de Compostela (Spanien), 26.07.2013 – Am Mittwochabend ist um 20:40 Uhr bei Santiago de Compostela in Nordwest-Spanien ein Schnellzug entgleist. Das Unglück hat mindestens 80 Todesopfer sowie 180 Verletzte gefordert. 20 Verletzte sollen sich in ernstem Zustand befinden. Die Behörden haben offiziell noch keinen Grund für das Unglück angegeben, die viel zu hohe Geschwindigkeit in einer engen Kurve gilt aber als wahrscheinlicher Auslöser.

Rettungskräfte bei der Bergung
Ein demolierter Triebwagen
Nach dem Unfall steigt Rauch auf.

Der Unglückszug fuhr von Madrid aus in Richtung des Küstenorts Ferrol und war nicht mehr weit entfernt vom Santiagoer Bahnhof. An Bord waren mindestens 260 Passagiere, die meisten sind nun tot oder verletzt. Einer der beiden Lokführer teilte unmittelbar nach dem Unglück über Funk mit, dass er 190 km/h gefahren sei, mehr als doppelt so viel wie die erlaubten 80 km/h. Gegen ihn wird nun ermittelt. Offensichtlich infolge der zu hohen Geschwindigkeit entgleiste der Zug und schlug an eine nebenstehende Betonwand. Die auseinandergerissenen Waggons verkeilten sich teils ineinander. Ein Anwohner berichtete von einem „erdbebenähnlichen“ Knall.

Ein Zeuge, der in dem Zug war, erzählte beim Radiosender Cadena SER: „Viele Leute wurden zu Boden gedrückt. Wir versuchten aus dem Zug herauszukommen und merkten dabei, dass der Zug brannte. ... Ich war im zweiten Wagen und es brannte. ... Ich sah Leichen.“

Die Katastrophe passierte am Vorabend des Jakobstages und der für das Wochenende geplanten großen Feierlichkeiten in Santiago, welche daraufhin abgesagt wurden. Der spanische Premierminister Mariano Rajoy ließ verlauten: „Im Angesicht einer Tragödie, wie sie gerade in Santiago de Compostela am Abend des dortigen grossen Tages geschehen ist, kann ich als Spanier und Galizier nur mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken.“ Rajoy besuchte den Unglücksort gestern früh.




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  Dieser Artikel ist teilweise eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 25.07.2013