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Kategorie-5-Hurrikan wütet über den Bahamas

Veröffentlicht: 04:57, 5. Sep. 2019 (CEST)
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Hurrikan Orian am 1. September um 13:40 Uhr MESZ, dem Zeitpunkt seiner größten Stärke

Nassau (Bahamas) / Miami (Vereinigte Staaten), 05.09.2019 – Als Kategorie-5-Hurrikan zog der Wirbelsturm Dorian mehr als zwei Tage über die Bahamas hinweg. Inzwischen geht das National Hurricane Center (NHC) nicht mehr davon aus, dass es zu einem Landfall des Hurrikans an der Ostküste Floridas kommt. Der Hurrikan ist nach Norden abgebogen und das Hurrikanzentrum zieht etwa 50–80 Kilometer vor Küste Floridas nach Norden.

Gefahr besteht für die Vereinigten Staaten auch weiterhin. Zum einen schiebt der Hurrikan eine gewaltige Sturmflut vor sich her, und er erzeugt einen hohen Wellengang, sodass die Behörden in mehreren Countys in Floridas Osten weite Küstenbereiche räumen ließen. Zum anderen liegen auf dem weiteren Zugweg des Hurrikans die Bundesstaaten Georgia und South Carolina im möglichen Gefahrenbereich.

Inzwischen hat das Auge des Hurrikans Grand Bahama verlassen. Das NHC forderte am Montagabend (2. September) die Bewohner dieser Insel und auch die der Abacoinseln dazu auf, weiterhin in den Schutzräumen zu bleiben, da der Wind in Böen bis zu 305 Kilometer pro Stunde erreichen kann. Eine große Gefahr ging für die niedrig gelegenen Bahamas von der Sturmflut aus, die aufgrund der langen Zeitdauer der Sturmeinwirkung Wasserstände von fünfeinhalb bis sieben Meter über dem normalen Wasserstand erreichte. Der Wellengang wirkte sich zusätzlich destruktiv aus.

Nach Angaben der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) wurden durch die Auswirkungen des Hurrikans bis zu 13.000 Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Außerdem besteht Bedarf an Trinkwasser und Wasseraufbereitungseinrichtungen, weil die Brunnen durch Salzwasser kontaminiert wurden.

Am Montagabend um 19:00 Uhr UTC (21:00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit) befand sich das Zentrum des Hurrikans 40 Kilometer nordöstlich von Freeport und 170 Kilometer östlich von West Palm Beach.

Seit dem Labor-Day-Hurrikan von 1935 ist kein anderer atlantischer Hurrikan in solcher Stärke auf Land getroffen.

Hurrikan Dorian hat auf den Bahamas teils „katastrophale Schäden“ verursacht, sagte Außenminister Darren Henfield. Viele Dächer wurden von den Häusern gerissen, Bäume wurden entwurzelt und Autos wurden durch den Wind umgestürzt, Stromleitungen unterbrochen. Der Flughafen der Stadt Freeport und viele Straßen auf Grand Bahama sind überflutet. Ähnliche Bilder liegen von den Abacoinseln vor, die der Hurrikan am Sonntag überquerte. Der Premierminister der Bahamas, Hubert Minnis, wurde bei einer Pressekonferenz von Tränen überwältigt. Er sprach vom „wahrscheinlich traurigsten und schlimmsten Tag meines Lebens“.

Beschädigte Segelboote auf den Bahamas

Dorians Zentrum war Sonntagnacht als Kategorie-5-Hurrikan auf Grand Bahama getroffen und danach äußerst langsam über die Inseln gekrochen. Der Hurrikan bewegte sich am Montagabend nur noch langsam westwärts. Seine Vorwärtsgeschwindigkeit lag am Montag (2. September) unter zwei Kilometern pro Stunde. Am Montagabend war der Wirbelsturm fast stationär. „Wir wollen, dass Sie sich in Sicherheit bringen“, rief Kwasi Thompson, der Staatsminister von Grand Bahama, die Bewohner von Grand Bahama auf. „Es werden weitere zehn bis zwölf Stunden sein, in denen wir damit bombardiert werden“, fügte er hinzu.

Derweil evakuieren die Bundesstaaten Georgia und South Carolina küstennahe Bereiche. Hunderttausende von Bewohnern müssen den Anordnungen der Behörden Folge leisten. „Wir können nicht alle Menschen zufriedenstellen, aber wir können alle Menschen am Leben halten“, sagte Henry McMaster, der Gouverneur von South Carolina. Georgias Gouverneur Brian Kemp gab über Twitter bekannt, dass die Bewohner in den County Bryan, Camden, Chatham, Glynn, Liberty und McIntosh das Gebiet östlich der Interstate 95 verlassen müssen. Um das zu erleichtern, wird der Verkehr auch auf der eigentlich ostwärts führenden Richtungsfahrbahn der Interstate 16 in Richtung Westen geleitet.

Inzwischen (Donnerstag, 5. September) hat Dorian sich zu einem Kategorie-2-Hurrikan abgeschwächt.



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