Heribert Prantl geht gegen WikiMANNia vor

Veröffentlicht: 17:15, 29. Jan. 2018 (CET)
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München (Deutschland), 29.01.2018 – Der Rechtsanwalt Heribert Prantl leitet seit Januar 2018 das Meinungsressort bei der Süddeutschen Zeitung in München. In dieser Funktion beobachtet er auch verstärkt die Medienlandschaft, unter anderem verschiedene Internetseiten. So beschäftigt er sich zum Beispiel mit den Aktivitäten von WikiMANNia, das sich als Interessenportal der Männerrechte sieht und von der Süddeutschen Zeitung bereits als „Hetzportal“ bezeichnet wurde. Das Impressum dieses Wikis nannte einen Heribert Prantl als „Sitzredakteur“. Auf den ersten Blick hatte der Leser somit den Eindruck, als ob es einen verantwortlichen Benutzer namens Heribert Prantl bei der WikiMANNia geben würde. Parallel zu dem Erscheinen des Berichts in der Süddeutschen Zeitung im 28. Juli 2017 wurde der Link in der WikiMANNia geändert und führte zu einem Artikel, in dem diese Tageszeitung als „männer­feindliche Hetz-Zeitung“ bezeichnet wird. Der Eintrag des Impressums blieb jedoch unverändert, so dass es Anfang Januar 2018 eine kurze Diskussion in der Wikipedia zu diesem Fall gab. Dabei wurde außerdem entdeckt, dass eine rechtskräftig verurteilte Holocaustleugnerin bei WikiMANNia, in einer Art und Weise vorgestellt wird, die die bisherigen Vorwürfe gegen dieses Internetportal zu bestätigen scheint. So zitiert WikiMANNia in mehreren Artikeln einen aus dem Zusammenhang gerissenen Text aus der taz, wonach ein Gerichtsurteil damit begründet worden wäre, „dass es völlig unerheblich sei, ob der Holocaust stattgefunden habe oder nicht“. Dieses und ähnliche Zitate sind seit Jahren immer wieder in rechtsextremen Publikationen zu finden.

Heribert Prantl war u.a. 1981-1987 als Richter und Staatsanwalt tätig

Eine weitere Änderung des Impressums der WikiMANNia erfolgte nach einer Diskussion in der Wikipedia. Der Text lautete nun: „Das Benutzerkonto Heribert Prantl ist nicht vorhanden“. Doch Heribert Prantl war mit dieser Änderung noch nicht zufrieden und ging am 24. Januar juristisch dagegen vor, weil er darin einen Missbrauch seines Namens sieht. Nunmehr steht in dem beanstandeten Impressum von WikiMANNia der Name "Uran Goszisz".


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