Veröffentlicht: 15:52, 16. Mär. 2011 (CET)
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Sendai (Japan), 16.03.2011 – Nach dem großen Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März 2011 war auch schnell die weltweite Hilfsbereitschaft zur Stelle. Außenminister Westerwelle bot sofort Japan Deutschlands Unterstützung an, die Vereinigten Staaten entsandten einen Flugzeugträger, und auch die Europäische Union, Kanada, Australien und das gerade erst selbst von einem Beben betroffene Neuseeland schickten Bergungsteams und technisches Personal.

Zerstörungen in Ofunato. Hilfe kommt aus der ganzen Welt.

Doch es sind nicht nur die Industrienationen, die Japan zur Hilfe eilen. Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass der regionale Konkurrent China sich für die Japaner engagieren könnte. Erst vor kurzem kam es wieder zu schweren Verstimmungen durch den Territorialstreit um einige Inseln. Nun hat China humanitäre Hilfe im Wert von 4,5 Millionen US-Dollar zugesagt. Außerdem wurde ein 15-köpfiges Rettungsteam entsandt, dazu Hilfsgüter, wie 2.000 Decken, 900 Zelte und 200 Notlichter. Genauso kann man die Entsendung von 100 Rettungshelfern aus Südkorea nach Japan als positives Signal für eine bessere nachbarschaftliche Beziehung werten.

Noch beeindruckender sind Hilfen die von Ländern kommen, die selbst wenig haben. Das kriegszerstörte Afghanistan spendete 50.000 US-Dollar, Kambodscha Hilfen im Wert von 100.000 US-Dollar und Vietnam 200.000 US-Dollar. Osttimor, Asiens ärmstes Land, kündigte an, dass es 100 Helfer nach Japan zur Trümmerbeseitigung schicken wolle. Die Malediven erlitten durch den großen Tsunami 2004 schwere Schäden. Damals kamen zahlreiche Hilfslieferungen aus Japan zu dem Inselstaat im Indischen Ozean. Nun schickten die Malediven 90.000 Dosen Thunfisch nach Japan – zur Versorgung der Menschen in den am schlimmsten betroffenen Gebieten. Auch Sri Lanka, das ebenfalls 2004 vom Tsunami betroffen war, entsandte ein Rettungsteam und spendete eine Million US-Dollar. Thailand spendete gar 6,6 Millionen US-Dollar, 15.000 Tonnen Reis, Decken, Kleidung und Dosennahrung. Daneben wurde ein thailändisches Rettungsteam nach Japan geschickt. Indonesien, der Ausgangspunkt des Tsunamis von 2004, entsandte ein Rettungsteam und medizinisches Personal, ebenso Malaysia, Mexiko und die Philippinen. Indien schickt 22 Tonnen Decken nach Japan. Die Mongolei spendete eine Million US-Dollar und schickte ein Rettungsteam.

Es sind, gerade angesichts der großen Schäden, teilweise nur kleine Gesten, aber es sind Zeichen der internationalen Solidarität mit den Opfern dieser Katastrophe, deren Folgen noch nicht absehbar sind.

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Quellen