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Dayton, Ohio: Amokläufer erschießt neun Menschen

Veröffentlicht: 21:51, 6. Aug. 2019 (CEST)
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Dayton liegt im Südwesten des Bundesstaates Ohio

Dayton (Ohio) (Vereinigte Staaten), 06.08.2019 – Neun Personen hat ein Amokläufer in der Stadt Dayton im Bundesstaat Ohio erschossen. Unter den Opfern des Täters sind vier Frauen und fünf Männer, darunter auch die jüngere Schwester des Täters; insgesamt sollen sechs der neun Opfer Schwarze sein. Mindestens 27 weitere Personen wurden nach Informationen der Washington Post verletzt. Die Tat ereignete sich um 1:05 Uhr Lokalzeit in einem als Ausgehviertel bekannten Teil der Stadt.

Nach Polizeiangaben wurde der Täter von einer Polizeistreife, die sich in der Nähe befand, erschossen, bevor er noch mehr Menschen töten konnte. Die Bürgermeisterin Daytons, Nan Whaley, sagte vor der Presse, die Polizeistreife habe innerhalb von einer Minute nach Beginn der Schießerei den Tatort erreicht und den Täter ausgeschaltet, was möglicherweise viele Menschenleben gerettet habe. Der Täter habe eine schusssichere Weste getragen und mehrere Reservemagazine dabei gehabt.

Augenzeugenberichten zufolge hatte der Mann das Feuer eröffnet, weil man ihm am Betreten einer Bar gehindert habe. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 24-jährigen Mann aus dem südöstlich von Dayton gelegenen Ort Bellbrook. Er hatte die Tatwaffe online aus Texas bestellt. Sie war ihm an einen örtlichen Waffenhändler geliefert worden. Es gebe in der Vorgeschichte des Mannes keinen Grund, der einen Waffenerwerb verhindert hätte, sagte der Polizeichef der Stadt Dayton, Richard Biehl.

Nach Biehls Angaben hatte der Täter sein Gewehr mit einem Doppeltrommelmagazin ausgestattet, mit dem er bis zu 100 Schüsse abgeben konnte, ohne nachzuladen. Er habe mehrere Dutzend Schüsse abgegeben. Eine Polizeistreife habe den Tatort bereits zwanzig Sekunden nach den ersten Schüssen erreicht, und die insgesamt sechs Polizisten hätten den Täter binnen 30 Sekunden nach Beginn der Schießerei ausgeschaltet. Dass dies erfolgte, bevor der Schütze die Bar betreten konnte, war „notwendig“ und habe weitere „katastrophale Verletzungen und Verluste von Menschenleben verhindert“.

Von den 27 ärztlich behandelten Verletzten befinden sich noch 12 in Krankenhäusern.

Es gebe keine Hinweise auf einen weiteren Täter, sagte ein Polizeisprecher dem Lokalsender WHIO.

Die Tat war der zweite Massenmord an diesem Wochenende in den Vereinigten Staaten. Nur zwölf Stunden zuvor hatte ein rassistisch motivierter Täter in einem Einkaufszentrum im texanischen El Paso zwanzig Menschen erschossen. Zwischen beiden Taten besteht aber bislang kein Zusammenhang.



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