Chinesische Regierung verhöhnt Dissidenten

Artikelstatus: Fertig 21:57, 27. Jul. 2006 (CEST)
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Zigui (Volksrepublik China), 27.07.2006 – Chinesische Behörden haben nun einen Untersuchungsbericht veröffentlicht, der sich mit einem Vorfall vom 8. Juni 2006 beschäftigt. Fu Xiancai wurde an dem Tag nach einem Interview mit dem Fernsehsender ARD, das am 19. Mai ausgestrahlt wurde, zusammengeschlagen. Der Bericht kommt nun zu dem Ergebnis, dass der Mann sich die schweren Verletzungen selber zugefügt haben soll. Am Ort des vermeintlichen Überfalls seien keine Fußspuren gefunden worden, hieß es weiter. Die Angaben über das Ergebnis des Berichtes, die er heute der Öffentlichkeit mitteilte, stammen von Fu Bing, dem Sohn des Dissidenten. Die örtliche Polizei der Stadt Zigui berief sich in ihrem Bericht auf eine gerichtsmedizinische Untersuchung.

Fu Bing wird in einem Onlineartikel des Handesblattes mit den Worten zitiert: „Wir können diese Entscheidung nicht akzeptieren. Sie ist nicht im geringsten fair.“ Obwohl die Familie ermahnt worden sei, keine Berufung einzulegen oder eine neue Beschwerde einzureichen, will sie die nächste Rechtsinstanz einschalten.

Der Vater von Fu Bing und chinesische Bauer und Umweltaktivist Fu Xiancai hatte in dem Interview mit der ARD die chinesischen Behörden kritisiert und wurde danach in Peking brutal zusammengeschlagen und ist seither gelähmt. Er hatte sich öffentlich darüber beklagt, dass er eine versprochene Entschädigung nicht erhalten habe. Diese sollte er bekommen, weil er als einer von 1,3 Millionen Menschen dem Drei-Schluchten-Staudamm weichen musste. Die Verletzungen waren so schwer, dass er operiert werden musste. Das Geld für die Behandlungen wurde aus Deutschland überwiesen.

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Quellen