Bolivien: Zweite Region frei von Analphabetismus

Veröffentlicht: 15:26, 10. Okt. 2008 (CEST)
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Vallegrande (Bolivien), 10.10.2008 – Boliviens Präsident Evo Morales hat am 8. Oktober das östliche Departamento Santa Cruz nach Oruro zur zweiten Region erklärt, die vom Analphabetismus befreit werden konnte.

Auf einem Treffen mit dem kubanischen Botschafter in Vallegrande sprach Morales von einem „historischen Tag für die Region“ und wies darauf hin, dass er bereits im Wahlkampf 2005 gegenüber einem Journalisten gesagt habe, er werde der Präsident sein, der den Analphabetismus in Bolivien vollständig beseitigen werde. Der Erfolg, den der Präsident für sich verbucht und zu dessen Anlass er denjenigen gratulierte, die in letzter Zeit Lesen und Schreiben gelernt haben, was ihnen helfen werde, in Zukunft nicht wieder aufgrund von Unwissenheit übermannt zu werden, geht auf eine Alphabetisierungskampagne zurück.

Nach der kubanischen Methode „Yo Si Puedo“ (Ich kann es) wird nicht nur Spanisch, sondern auch die jeweilige Sprache der indigenen Bevölkerung (Aymara oder Quechua) unterrichtet. Benito Ayma, der Leiter des Programms, zog eine positive Zwischenbilanz. So seien 235 von 327 Gemeinden inzwischen analphabetismusfrei. Das Ziel der Kampagne, bis Dezember dieses Jahres die Gesamtbevölkerung zu literalisieren, sei somit zu 72 Prozent erreicht. Bisher hätten insgesamt 700.000 Bolivianer im Rahmen des Programms ein Diplom erhalten. Bolivien werde damit in Lateinamerika das dritte Land nach Kuba (1961) und Venezuela (2005), das sich selbst für frei vom Analphabetismus erklären könne.

Die Regierung von Santa Cruz wird von Politikern gebildet, die in Opposition zur Zentralregierung stehen. Im vergangenen Monat war es dort und in anderen Provinzen zu gewaltsamen Übergriffen auf Morales-Anhänger gekommen (Wikinews berichtete). In Anspielung darauf und auf das Ziel der Alphabetisierung sage Morales: „Wenn Präsident, Präfekt und Bürgermeister zusammenarbeiten, egal welche politische Position sie haben, dann können wir uns dieser historischen Aufgabe stellen.“

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Quellen