Vogelgrippe in Deutschland nachgewiesen

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Berlin (Deutschland), 15.02.2006 – Auf der deutschen Insel Rügen wurden mehr als hundert tote Schwäne gefunden. Erste Schnelltests weisen auf das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 hin. Eine Bestätigung wird noch heute Abend aus dem europäischen Referenzlabor in London erwartet. Um 17:00 Uhr traten die Bundesminister Horst Seehofer und Ulla Schmidt sowie der Landesminister Till Backhaus in der bayerischen Landesvertretung in Berlin vor die Presse, um über die Diskussion des nationalen Krisenstabs zur „Tierseuchenbekämpfung“ zu berichten. Laut Bundesminister Seehofer wurde intensiv über die Schutzvorsorge der Bevölkerung auf deutscher und europäischer Ebene diskutiert. Die Regierung will diese Diskussion nun auch zügig im Ministerrat der EU fortsetzen. Weiterhin wurde über den bisherigen Schutz und die bisherigen Kontrollmaßnahmen diskutiert. Man sei einer Meinung, dass diese gut funktionierten und weiter durchgeführt werden sollten, so Seehofer.

Als Schutzmaßnahmen gelten bereits ab gestern Schutz- (drei Kilometer) und Überwachungszonen (zehn Kilometer) um das betroffene Gebiet. Auch werden bisherige Ausnahmeregelungen verschärft. Es sind ab sofort jegliche Geflügelmärkte in Deutschland verboten. Die Bundesregierung wird sich auf europäischer Ebene für eine Deklarationspflicht von Geflügelprodukten einsetzen, so dass bereits an den europäischen Außengrenzen der Verbringung von diesen Produkten in das Bundesgebiet entgegen gewirkt werden kann.

Seehofer bezeichnete die Lage in Deutschland als „sehr ernst“. Eine Reduzierung des Risikos für den Menschen auf null Prozent sei allerdings nicht möglich, so Seehofer weiter. Allerdings sei das Gefärdungsrisiko für die deutsche Bevölkerung sehr gering, so die Bundesministerin Schmidt. Bei dem Virus handele es sich um eine nur von Tieren auf den Menschen übertragbare Variante. Auch sei eine Übertragung von Tieren auf den Mensch wahrscheinlich nur bei sehr engem Kontakt möglich. Allerdings gelte es, „sehr wachsam und vorsichtig zu sein“.

Der Landesminister Till Backhaus sagte: „Wir müssen alles daran setzen, dass eine Einschleppung des Virus in Nutztierbestände nicht stattfindet.“ Er rief die Geflügelhalter dazu auf, die Stallpflicht einzuhalten. „Wir müssen damit rechnen, dass weitere Fälle auftauchen, nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch darüber hinaus“, so Backhaus.

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