Russland und Japan planen Verhandlungen über Friedensvertrag: Territorien weiter umstritten

Artikelstatus: Fertig 13:37, 11. Nov. 2005 (CET)
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Moskau (Russland), 11.11.2005 – Der japanische Botschafter in Moskau, Issei Nomura, äußerte sich gestern auf einer Pressekonferenz zu den Themen, die bei einem für Ende November in Japan geplanten Gipfeltreffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Ministerpräsident Junichirō Koizumi angeprochen werden sollen. Im Mittelpunkt wird ein Friedensvertrag zwischen den beiden Staaten stehen. Japan und die damalige Sowjetunion hatten 1956 zwar den Krieg beendet und die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen, aber in den damaligen Diskussionen einige Konflikte ausgeklammert, die von japanischer Seite nun wieder aufgegriffen werden.

Streitpunkt: Die südlichen Kurilen.

Einer dieser Konflikte ist ein Grenzkonflikt um die Kurilen, eine Inselkette nördlich von Hokkaidō. Die südlichsten der Inseln, drei größere und eine kleine Inselgruppe, werden in Japan als „Nördliche Territorien“ bezeichnet. Sie haben eine Fläche von knapp 5.000 Quadratkilometern und gehörten bis 1946 zu Japan. In den letzten Kriegstagen wurden sie von Sowjetischen Truppen eingenommen.

Seit der Auflösung der Sowjetunion macht Japan seine Ansprüche auf die „Nördlichen Territorien“ wieder geltend. Nobura bekräftigte, diese Einstellung habe sich seit dem Besuch Koizumis 2003 nicht geändert. Er hoffe aber, durch gemeinsame Bemühungen eine Lösung zu finden.

Als weiteres Thema nannte der Botschafter Dokumente über etwa eine halbe Million Japaner, die als Kriegsgefangene in Sibirien interniert waren. Diese sollen an Japan übergeben werden.

Quellen