Myanmar: Mönche protestieren weiter

Veröffentlicht: 16:10, 20. Sep. 2007 (CEST)
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Rangun (Myanmar), 20.09.2007 – Buddhistische Mönche setzten heute ihre seit zwei Tagen andauernden Proteste gegen die Militärdiktatur Myanmars fort. Laut „BBC News“ liefen hunderte Mönche um die Shwedagon-Pagode, das religiöse Zentrum Myanmars in der früheren Hauptstadt Rangun. Zum ersten Mal seit Beginn der Proteste wurde den Geistlichen erlaubt, das Innere der Pagode zu betreten, wo sie sich zum Beten versammelten.

Shwedagon-Pagode

Die Proteste, die auch andere religiöse Stätten des Landes erfasst haben, richten sich gegen die starke Erhöhung der Benzinpreise im letzten Monat, durch die es in der Folge zu einem Anstieg der Verbraucherpreise gekommen ist. Zudem verlangen die Mönche, dass sich die Regierung für das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte bei einer Demonstration gegen den Benzinpreisschock entschuldigt. Insbesondere geht es um eine Demonstration vor zwei Wochen, bei der Soldaten laut „Reuters“ Warnschüsse in Richtung der Mönche abgegeben und manche von ihnen geschlagen haben. Bisher hat sich die Regierung nicht für die Vorfälle entschuldigt. Am Dienstag wurden bei einer anderen Protestveranstaltung vier Mönche festgenommen. Die Freilassung dieser Personen ist eine weitere Forderung der protestierenden Mönche.

Unterdessen ruft die Vereinigung aller buddhistischen Mönche, eine in Rangun ansässige Gruppe, alle Mönche des Landes dazu auf, keine Almosen von Menschen mit Verbindungen zur Regierung anzunehmen und sich ihnen in keiner Form in den Dienst zu stellen. Sie berufen sich dabei auf einen 2.500 Jahre alten buddhistischen Brauch. Buddhistische Mönche lehnen Almosen nur unter äußersten Umständen ab. Für den Almosengeber bedeutet dies, aus der religiösen Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden.

Internationale Medien beobachten die Aktionen der Mönche aufmerksam, weil die Mönche in der birmesischen Gesellschaft hoch angesehen sind und weil sie 1988 bei einem Aufstand gegen die Regierung eine wichtige Rolle gespielt haben. Damals schlug die Armee die Proteste nieder. 3.000 Menschen sollen dabei gestorben sein.

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Quellen