Ehemalige Bremer Sozialsenatorin Röpke verzichtet auf neues Amt

Veröffentlicht: 19:45, 24. Jul. 2007 (CEST)
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Bremen (Deutschland), 24.07.2007 – Die ehemalige Bremer Sozialsenatorin Karin Röpke (SPD), bundesweit bekannt geworden durch den „Fall Kevin“, steht nicht mehr für das Amt der Direktorin der Bremischen Bürgerschaft zur Verfügung, das sie am 1. August antreten sollte.

Der Posten war ihr praktisch bereits sicher, weil der Präsident der Bremer Bürgerschaft, Christian Weber (SPD), sie für dieses Amt vorgeschlagen hatte, wie er am letzten Donnerstag bekannt gegeben hatte. Der Vorstand des Parlaments hatte dem Vorschlag mit den Stimmen von SPD und Grünen zugestimmt. Die Personalie war jedoch innerhalb der Öffentlichkeit und in den Medien auf zum Teil heftige Kritik gestoßen. Karin Röpke hatte im Oktober 2006, nachdem der Tod des zweijährigen Kevin für bundesweites Aufsehen gesorgt hatte, die politische Verantwortung für die Entscheidungen innerhalb ihrer Behörde übernommen und damit eine Mitverantwortung des Jugendamtes für den Tod des Zweijährigen, der unter der Vormundschaft des Amtes gestanden hatte, zugegeben.

Hauptgegenstand der Kritik an der Besetzung der Stelle der Bürgerschaftsdirektorin war das Verfahren der Amtsbesetzung, das nicht öffentlich ausgeschrieben worden war. Bürger hatten in Leserbriefen von „Filz“ und „Postenschieberei“ geschrieben. Röpke begründete ihre Entscheidung, nun doch nicht das Amt der Direktorin der Bremer Bürgerschaft anzutreten, mit den Worten: „Die heftigen und ablehnenden Reaktionen in der Öffentlichkeit in den vergangenen Tagen haben mir deutlich vor Augen geführt, dass ich in der neuen Position keine Chance hätte.“ Bürgerschaftspräsident Weber hatte seine Personalentscheidung mit der Offenheit und den kommunikativen Kompetenzen Röpkes gerechtfertigt. Die Stelle soll nun öffentlich ausgeschrieben werden.

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