Ban Ki-moon als neuer UNO-Generalsekretär vereidigt

Artikelstatus: Fertig 02:36, 15. Dez. 2006 (CET)
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New York (Vereinigte Staaten), 15.12.2006 – Die Vollversammlung der Vereinten Nationen erlebte gestern die Vereidigung des 62-jährigen ehemaligen südkoreanischen Außenministers Ban Ki-moon zum achten Generalsekretär seit dem Bestehen der UNO. Ban löst Kofi Annan, der nach zwei Amtsperioden nicht wieder kandidieren konnte, zum Jahreswechsel ab.

Kofi Annan, November 2003

Zuvor würdigte das Plenum die Verdienste seines scheidenden Generalsekretärs in den Worten von Sheikha Haya, Präsidentin der 61. UNO-Generalversammlung: „Seine Karriere war einzigartig”, sagte sie, „er arbeitete sich durch die verschiedenen Ebenen der Vereinten Nationen nach oben und widmete sein Leben ganz dem Dienst an der Organisation. Deshalb verabschieden wir heute nicht nur den gegenwärtigen Generalsekretär, sondern auch einen der am längsten dienenden Amtsinhaber der Vereinten Nationen.“ Sie würdigte Annans Verdienste um die Reform der Vereinten Nationen, um die Organisation für die Menschen der ganzen Welt bedeutsamer werden zu lassen, einer Organisation, die sich „der Menschheit und den Prinzipien des Multilateralismus verschrieben hat“. In seiner Antwort betonte Annan nochmals die von ihm vertretenen Grundsätze, an denen sich seine Arbeit als UNO-Generalsekretär ausgerichtet hatte: „Entwicklung, Sicherheit und Menschenrechte müssen Hand in Hand gehen; dass es keine Sicherheit geben kann ohne Entwicklung und keine Entwicklung ohne Sicherheit.“ Er fügte hinzu: „…und keines der beiden kann auf längere Sicht nachhaltig werden ohne seine Verwurzelung in der Gültigkeit des Gesetzes und der Achtung der Menschenrechte.“ Die Versammlung bedachte Annans Rede mit lang anhaltendem Applaus.

Ban Ki-moon, März 2004

Der Nachfolger Annans, Ban Ki-moon, sagte, an Annan gewandt, er fühle sich in voller Demut durch die Tatsache geehrt, dass er ihm in diesem Amt nachfolge. Er versprach, das Sekretariat der Vereinten Nationen zu stärken. Die UN brauchten ein „dynamisches und mutiges“ Sekretariat, kein „passives und furchtsames“. Diese Worte wurden von Beobachtern als indirekte Kritik an Annans Amtsführung gewertet. Im Anschluss an die Rede Annans versicherte er, die drei Säulen der Vereinten Nationen in ihrer Einheit zu stärken: Sicherheit, Entwicklung und Menschenrechte.

Ban Ki-moon kann auf eine 37-jährige Erfahrung im diplomatischen Dienst zurückblicken, zum Teil als Außenminister Südkoreas und in vielen weiteren Funktionen als Diplomat seines Landes sowie in den Vereinten Nationen. Ban war im Oktober 2006 vom UN-Sicherheitsrat einstimmig als Nachfolger Annans im Amt des Generalsekretärs vorgeschlagen worden. Nach dem burmesischen Generalsekretär U Thant (1961–1971) ist er der zweite Asiat in dieser Funktion.


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Quellen